Lehm war ein typischer Baustoff zum Häuserbau in längst vergangene Zeiten – dies würde wohl jedem spontan zu diesem Wort einfallen. Doch Lehm ist längst kein historischer Baustoff der Geschichte, sondern immer noch wichtiger Bestandteil der heutigen Bautechnik. Heute in modernisierter Form, wird Lehm aus einer Mischung von Ton, Schluff (Feinstsand) und Sand hergestellt, der angefeuchtet und getrocknet, aushärtet und sehr stabil und widerstandsfähig ist.
Vorteile des Lehms
Der Vorteil an Lehm ist einfach zu erklären, denn Lehm ist vollkommen schadstofffrei und umweltfreundlich. Des Weiteren ist Lehm ohne große Energie und Aufwand herzustellen, er wirkt luftfeuchtigkeitsregulierend und ist diffusionsfähig. Gerade in ländlichen Regionen ist Lehm sehr beliebt und ist oft aufzufinden. Der Grund ist einfach, denn Lehm hält Schädlinge vom Leib und ist dabei vollkommen antibakteriell. Vor allem heutzutage ist Lehm also in puncto Umweltbewusstsein der neue Trend. Ganz nebenbei bindet er nämlich Schadstoffe, konserviert Holz, speichert Wärme und ist natürlich vollkommen recycelbar – ein echter Allrounder also.
Verwendung des Lehms
Zu finden ist Lehm beispielweise bei Fachwerkhäusern in Form von vermauerten Lehmziegeln. Aktueller ist allerdings die Stampflehm-Bauweise, hierbei wird eine erdfeuchte Lehmmischung in eine Schalung eingefüllt und verdichtet. Des Weiteren ist Lehm ein guter Wärmeleiter. Aus diesem Grund wird auch heute noch in kälteren Regionen Lehm an die Außenmauern angebracht und wirkt so als Wärmedämmung. Lehm bietet einen guten Schall- und Trittschutz. Er speichert die Wärme und hat somit eine warme Oberfläche. Durch die ausgezeichnete Wasserdampfaufnahme und -abgabefähigkeit liegt die relative Raumluftfeuchtigkeit konstant um 50 %. Bei richtiger Verarbeitung, Zusammensetzung und Mischung überdauern Lehmbauten Jahrhunderte.
Nachteile des Lehms
Bei all seinen zahlreichen Vorteilen müssen dem Lehm trotzdem einige Nachteile zugestanden werden. Es liegt nahe, dass die einfache Zusammensetzung von Lehm, der nur mit Wasser gebunden wird, Gefahren in sich birgt. Die zur Bindung verwendete Feuchtigkeit, Anmachwasser genannt, verdunstet mit den Jahren. Dadurch verändert der Lehm sein Volumen und schwindet je nach Tonmineral um 3-7 %. Die Konsequenz daraus sind Trocken- und Schwundrisse. Diesen Schwindungsprozess kann man allerdings deutlich verlangsamen oder aufhalten, indem man eiweißhaltige Flüssigkeiten im geringen Maße zugibt. Außerdem nimmt Lehm Feuchtigkeit auf. Dies ist im Grunde nicht schädlich für den Lehm, sollte allerdings der Lehmbau in extrem feuchten Regionen gebaut werden, verwittert er. Deswegen müssen die Lehmmauern durch Horizontalsperren und Dachüberständen geschützt werden. Doch wenn man die Vorteile gegen die Nachteile aufwiegt, ist ersichtlich, dass Lehm ein unheimlich solider und charakter
reicher Baustoff ist. Jeder Nachteil kann durch einfache Maßnahmen aufgehoben oder gemindert werden und allein die Tatsache, dass dieser absolut preiswerte und umweltfreundliche Baustoff ganz nebenbei mehrere Jahrhunderte problemlos überdauern kann, macht ihn heute zu einem Baustoff, der auch in Zukunft im Trend sein wird.
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